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5 Anzeichen für Unzufriedenheit in der Lebensmitte

Vor einigen Tagen habe ich einen Blogbeitrag veröffentlicht mit dem Titel Warum ich es liebe, unzufriedene Frauen in der Lebensmitte zu coachen. Nicht ganz überraschend gab es darauf einige Reaktionen. Die unzufriedene Frau beschwört ein schlimmes Bild herauf – und niemand möchte sich gerne so sehen. Es ist nicht so eindeutig, wie es scheint. Woran erkennst Du, ob Du unzufrieden bist? In diesem Beitrag beschreibe ich 5 Anzeichen, an denen du Unzufriedenheit erkennen kannst. Es gibt sicher noch mehr, aber diese halte ich für besonders typisch in der Lebensmitte. Es lohnt sich, genau hinzuschauen – wenn Du erkennst, wie sich Unzufriedenheit äußert, dann ist das der erste wichtige Schritt auf dem Weg hin zur Zufriedenheit.

Was ist Unzufriedenheit?

Ganz allgemein entsteht Unzufriedenheit dadurch, dass unser Leben nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Wir vergleichen den Ist-Zustand mit einem Soll-Zustand und stellen fest, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen. Das alles findet in unseren Gedanken statt, d.h. es sind Bewertungen, die zur Unzufriedenheit führen. Eigentlich eine gute Nachricht, denn unsere Bewertung können wir ändern – und damit auch unsere (Un-)Zufriedenheit.

Nicht immer ist Unzufriedenheit etwas Schlechtes. Sie kann unsere Schale auf-brechen. Erst durch diese Risse kann das Licht hindurchscheinen – Veränderung wird vorstell-und denkbar. Die Unzufriedenheit ist also der Motor, der uns ins Handeln bringt und dadurch den Weg zur Veränderung ebnet.

5 Anzeichen für Unzufriedenheit

Anzeichen #1: Häufiges Nörgeln und Meckern

Mann und Frau im Bett. Der Mann blickt resigniert, die Frau unzufrieden. Sie spricht energisch.
Unzufriedenheitsanzeichen #1: Ständige Nörgelei

Nörgeln. Jeder kennt es, aber was ist es genau? Es ist als häufiges und kleinliches Kritisieren definiert und das ist eindeutig ein Anzeichen für Unzufriedenheit. Hast Du vielleicht auch schon einmal dabei zugehört, wie sich eine Frau über ihren unfähigen Mann beklagt? Er hat z.B. den Einkauf erledigt und wahlweise

  • etwas vollkommen Falsches mitgebracht
  • das richtige Produkt aber die falsche Marke
  • nur die Dinge auf dem Einkaufszettel standen, aber nicht das, was offensichtlich noch gefehlt hat (zu wenig mitgedacht)
  • noch andere Dinge, die nicht auf dem Zettel standen (zu viel mitgedacht)

Diese Frau könnte sich einmal fragen, was sie davon abhält, sich für die Mithilfe ihres Mannes zu bedanken.

Oder die Klage über die Kinder, die ihre Sachen nicht wegräumen, beim Haushalt nicht mithelfen, nicht genug lernen usw. Überhaupt das Thema Ordnung – wenn unterschiedliche Ordnungsvorstellungen aufeinanderprallen ist Nörgelei vorprogrammiert. Wenn Du dich also dabei ertappst, dass Du häufiger kritisierst und dich beschwerst, dann verschließe bitte nicht die Augen davor, dass Du nicht zufrieden mit der Situation bist. Es gibt genau 3 mögliche Alternativen, wie Du darauf reagieren kannst: Love it, leave it or change it. Die vierte (weiternörgeln) ist keine wirkliche Option.

Anzeichen #2: Sorgen und Grübeleien

Eine Frau sorgt sich. Ihr Kopf liegt auf der Schreibtischplatte.
Unzufriedenheitsanzeichen #2: Sorgen

Jeder Mensch hat Ängste und Sorgen. Typische Fragen in der Lebensmitte könnten sein:

  • Werde ich meinen Job auch noch in Zukunft gut machen können?
  • Werde ich auch im Alter noch gesund und fit sein?
  • Werden die Kinder einen guten Schulabschluss/Ausbildung/Berufseinstieg schaffen?
  • Werde ich im Alter auf Hilfe angewiesen sein?

Die Sorgen können hilfreich sein, weil sie dazu anregen, sich mit bestimmten Themen zu beschäftigen. Nicht alles im Leben ist kurzfristig änderbar. Für die Gesundheit im Alter ist es z.B. hilfreich, wenn Du Dir heute schon gute Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten aneignest. Insofern ist es gut, wenn Du Dich frühzeitig darum kümmerst. Wenn sich die Sorgen allerdings als Dauerschleife im Kopf abspielen, dann schränkt das die Lebensfreue ein und der Dauersorgenzustand trägt zudem überhaupt nicht zur Lösungsfindung bei. Wenn Du zu Sorgen und Grübeleien neigst, dann frage Dich, inwieweit du darauf vertraust, dass es das Leben gut mit Dir und Deinen Lieben meint? Welche Vorstellungen hast Du von der Zukunft ? Je präziser Deine Vorstellungen von der gelungenen Zukunft sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass es anders kommt.

Leben ist das was passiert, während Du dabei bist andere Pläne zu machen

John Lennon

Wie gehst Du mit der Unsicherheit der Zukunft um? Der Mensch ist unglaublich anpassungsfähig – was lässt Dich vermuten, dass Du Dich nicht an eine neue Situation anpassen kannst? Was kann schlimmstenfalls passieren?

Sorgen und Grübeleien deuten darauf hin, dass wir gerne die Zukunft kontrollieren möchten. Und weil das nicht möglich ist, flüchten wir uns in einen niemals endenden Gedankenstrom, der uns suggeriert, dass wir etwas tun. Dabei ginge es in dieser Situation eher um das Lassen: Ge-lassen-heit dem Leben gegenüber.

Anzeichen #3: Fehlende Begeisterung/Lebensfreude

Gähnender Mann und eine Frau, die ihn bewundernd anschaut
Unzufriedenheitsanzeichen #3: Fehlende Begeisterung

Es gibt Menschen, die spüren schon so lange keine Lebensfreude mehr, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt. Es geht ihnen eigentlich gut. Sie haben Job, Familie, vielleicht sogar Hobbies. Aber wenn sie morgens aufschreiben sollen, was sie HEUTE begeistert, dann fällt ihnen nichts ein. Vielleicht würden sie sich selbst gar nicht als unzufrieden betrachten, weil sie gar nicht mehr den Anspruch haben, begeistert durchs Leben zu gehen. Vielleicht denken sie, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und sie zufrieden sein sollten, mit dem, was sie haben. Wenn Du Dich in dieser Schilderung wiederfindest, dann möchte ich Dir sagen: gib Dich damit nicht zufrieden! Begib Dich auf Spurensuche. Jeder zufriedene Mensch strahlt in sein Umfeld hinein. Du suchst die Lebensfreude für Dich – aber auch für die Menschen in Deinem Umfeld.

Anzeichen #4: Traurigkeit

Eine scheinbar traurige Frau blickt aus dem Fenster. Draussen regnet es.
Unzufriedenheitsanzeichen #4: Traurigkeit

In der Lebensmitte liegt schon ein gutes Stück weg hinter uns. Von manche Träumen aus der Jugend müssen wir uns endgültig verabschieden. Auch das Thema Tod und Krankheit rückt mehr ins Blickfeld. Wir erfahren vielleicht am eigenen Leib, dass das Leben Grenzen hat, dass eben nicht alles machbar ist, wenn wir es nur genug wollen. Die Trauer ist ein wertvolles Gefühl, denn sie hilft uns loszulassen. Wenn wir es schaffen, uns mit den Grenzen auszusöhnen, wird sich auch die Unzufriedenheit auflösen. Ich finde, dass das Akzeptieren der Grenzen eine große menschliche Aufgabe ist – und freue mich über jedes Vorbild in meinem Umfeld. Meine Mutter war in ihrer Lebensmitte eine unzufriedene Frau. Aber sie ist am Leben gewachsen. Die Einschränkungen am Lebensende hat sie mit Geduld und Größe getragen. Sie hat mir gezeigt, dass auch ein Mensch, der nicht mehr viel leisten kann, immer noch ein Beispiel sein kann.

Anzeichen #5: Gereiztheit / Stimmungsschwankungen

Straßenbild, das vor einer Explosion warnt
Unzufriedenheitsanzeichen #5: Gereiztheit

Die Hormonumstellung kann bei Frauen in den Wechseljahren die Gefühle auf Achterbahnfahrt schicken. Daneben gibt es noch ein ganzes Bündel anderer Symptome (Hitzewallungen, Schlafstörungen…). Manche davon lassen sich mit ärztlicher oder naturheilkundlicher Hilfe mildern. Eines ist sicher: irgendwann wird sich der Körper an die veränderte Hormonsituation angepasst haben. Wenn Du davon betroffen bist, dann hilft es Dir vielleicht, wenn Du Dich mit anderen Betroffenen austauschst oder Dich informierst. Wenn Du diese Beschwerden als einen natürlichen Teil dieser Lebensphase akzeptieren kannst, lassen sie sich vielleicht leichter ertragen.

Fazit

Das waren 5 Anzeichen, an denen Du erkennen kannst, ob du unzufrieden bist. Ich möchte betonen, dass es viele Grade der Unzufriedenheit gibt. Manchmal zieht sich die Unzufriedenheit wie ein kaum merklicher Windhauch durchs Leben. Manchmal ist sie vollkommen offensichtlich.
Auch wichtig scheint mir, dass Unzufriedenheit nicht immer etwas Schlechtes ist. Sie kann unsere Schale auf-brechen. Erst durch diese Risse kann das Licht hindurchscheinen – Veränderung wird vorstell- und denkbar. Die Unzufriedenheit ist also der Motor, der uns ins Handeln bringt und dadurch den Weg zur Veränderung ebnet.


Wenn Du Dich teilweise wiedererkannt hast in dem Artikel, aber noch denkst, dass doch eigentlich alles ganz okay ist, dann mach doch mal meinen Test „Bin ich reif für eine Veränderung?“ Dann siehst Du objektiver, wo Du stehst und vielleicht ist das genau der Schubs, den Du brauchst, um Dich von der Unzufriedenheit wegzubewegen.

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