Mein Leitwort 2026: Fülle
Ich sitze in meinem kleinen Tiny-House in Estepona. Draußen scheint die Sonne, gleich treffe ich mich mit den Freunden, die nicht weit von hier wohnen und wir werden Churros essen, tiefsinnige Fragen wälzen oder einfach schweigend in der Sonne sitzen. Diese Reise habe ich vor drei Wochen spontan gebucht – und dafür ein Workshop-Wochenende storniert und Termine abgesagt. Früher wäre das undenkbar gewesen. Heute fühlt es sich genau richtig an. Vielleicht ist das der beste Beweis dafür, dass mein Leitwort 2026 schon wirkt, bevor ich es zu Ende erklärt habe. Aber der Reihe nach. Seit 5 Jahren gebe ich mir selbst ein Jahresmotto. Nicht immer schreibe ich darüber ausführlich, aber ich halte es zumindest in den Jahresrückblicken fest. Warum suche ich überhaupt ein Leitwort oder Motto? Um die Jahreswende herum, wenn ich mich intensiv mit Rück- und Ausblick beschäftige, da ist es fast zwangsläufig, dass sich in irgendeiner Form ein Motto zeigt. Eine Überschrift für das, was kommt. Ein Leuchtturm, der mir Orientierung gibt und mir im Zweifel bei Entscheidungen helfen kann. Eine Art Zauberspruch, der mich zu dem Mensch macht, der ich gerne sein möchte.Ich habe mich selbst im Verdacht, dass meine Motto-Suche auch ein wenig dem Wunsch nach Kontrolle entspringt. Wünschen kann man sich viel, auch wenn sich das Leben nicht all zu sehr darum schert. Wie Wilhelm Busch einmal so treffend bemerkte: Aber hier - wie überhaupt - kommt es anders, als man glaubt. Das Wort 2025 war Selbstwirksamkeit. Von heute aus betrachtet erscheint es mir ein strenges Wort. Es beinhaltet die Vorstellung, dass ich Schwieriges aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen kann. Warum ich es wohl gewählt habe? Anscheinend habe ich Schwieriges erwartet – es kam dann auch prompt in Form meiner Arthrose-Diagnose. Hat es mir geholfen, gut damit umzugehen? Nicht wirklich – im August, als ich…
