In diesem Beitrag geht es um Selbstverurteilungen in Selbstgesprächen – und um den Gegenentwurf dazu: Selbstmitgefühl. Was das genau bedeutet und warum es so wirkungsvoll ist, habe ich bereits hier und hier ausführlich beschrieben.
Heute wird es praktisch: Wie sprechen wir mit uns, wenn etwas nicht optimal läuft? Sprechen wir uns Mut zu? Trösten wir uns? Sprechen wir mit uns so, wie wir mit unserer besten Freundin sprechen würden? Wenn das eher nicht der Fall ist, dann habe ich hier 28 Sätze als Inspiration für dich zum Üben. Denn eines ist klar: Druck und Selbstverurteilung helfen nicht. Sie bewirken das Gegenteil, denn sie blockieren unser Denken und verhindern die persönliche Weiterentwicklung.
20 Beispielsätze für mehr Selbstmitgefühl
🌿 In akuten Momenten
1
Ja, nicht schön, dass das passiert ist. Ich weiß, dass das jedem einmal passieren kann.
2
Was würde mir jetzt guttun?
3
Es ist in Ordnung, sich nicht in Ordnung zu fühlen.
Ich brauche jetzt Zuspruch und dass mich jemand in den Arm nimmt. Das genau tue ich jetzt für mich selbst.
6
Blöd, dass das passiert ist. Egal, was passiert: Ich bin für mich da!
7
Was will mir dies eigentlich sagen? Brauche ich vielleicht eine Pause? Darf ich mehr Zeit für die Vorbereitung einplanen? Ist es noch etwas Anderes?
🌱 Bei Fehlern und Selbstkritik
8
Das kann jedem mal passieren.
9
Ich bin nicht dazu bestimmt, perfekt zu sein, denn ich bin ein Mensch.
10
Es ist nicht schön, dass das passiert ist, aber davon geht die Welt nicht unter.
11
Es gibt keinen Grund, mich selbst fertigzumachen.
12
Ich darf Fehler machen und kann daraus lernen.
13
Ich verspreche mir, dass ich nicht in der Selbstkritik verharre, sondern es beim nächsten Mal versuche, besser zu machen.
14
Was würde ich meiner besten Freundin in dieser Situation sagen?
15
Warum bin ich so streng mit mir selbst? Ich weiß doch, dass ich es nicht absichtlich getan habe.
16
Ich bin nachsichtig mit mir und vergebe mir Fehler, die ich getan habe, weil ich es noch nicht besser konnte.
17
Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich bin kein Fehler.
18
Ich weiß, dass du es anders gemacht hättest, wenn du gekonnt hättest.
💙 Langfristig & stärkend
19
Ich glaube an mich und dass ich stark genug bin, das zu überstehen.
20
Ich darf mich selbst auch freundlich und liebevoll behandeln.
21
Ich verdiene es, mich selbst so gut zu behandeln, wie ich meine beste Freundin behandeln würde.
22
Ich bin mehr als meine Fehler und ich erkenne meinen Wert.
23
Ich lasse los, was ich nicht ändern kann und blicke nach vorn.
24
Ich verdiene es, mir selbst Mitgefühl und Verständnis entgegenzubringen.
25
Ich habe noch einiges zu lernen – und ich bin diese Anstrengung wert.
26
Ich bin heute vielleicht noch nicht da, wo ich gerne wäre. Das heißt nicht, dass ich dort niemals ankomme.
27
Die Dinge haben sich anders entwickelt als gedacht. Ich feiere mich dafür, dass ich es versucht habe – und jeden Tag aufs Neue versuche.
🤝 Im Umgang mit anderen
28
Andere dürfen mich ablehnen und das tun, was für sie am besten ist. Dieses Verhalten ist kein Urteil über meinen eigenen Wert.
Selbstmitgefühl ist wie ein Muskel – er wird stärker, je öfter du ihn übst. Such dir einen oder zwei Sätze aus dieser Liste aus, die sich für dich stimmig anfühlen, und probiere sie beim nächsten Mal aus, wenn die innere Kritikerin laut wird. Du musst nicht alles auf einmal angehen. Es reicht, wenn du anfängst.
Wer schreibt hier? Korina Dielschneider ist Life-Coach und begleitet Frauen in der Lebensmitte dabei, ihren Selbstwert zu stärken und ihr Leben bewusst neu auszurichten– mit Klarheit, Gelassenheit und dem Fokus auf Umsetzung.
In ihrem Blog und im buntbrief teilt sie Impulse zu Selbstfürsorge, Neuorientierung und dem Mut, den eigenen Weg authentisch zu gehen – bodenständig, ehrlich und mit Blick aufs Wesentliche.