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Selbstversuch: Was der Big 5 Persönlichkeitstest über mich aussagt

In diesem Beitrag schreibe ich darüber, was ich durch das Ausfüllen des Big 5 Persönlichkeitstests für mich erkannt habe. Einerseits habe ich mich erstaunlich gut darin wiedererkannt. Andererseits teile ich diese Erkenntnisse, weil sie einiges über mich und die Art wie ich gerne arbeite aussagen.

Warum in fortgeschrittenen Alter einen Persönlichkeitstest machen?

Als junge Frau habe ich Persönlichkeitstests geliebt und habe viele davon gemacht. Vielleicht lag es daran, dass ich noch nicht so sicher in meinem Urteil über mich selbst war. Das hat sich zwischenzeitlich grundlegend geändert. Jedenfalls habe ich seit längerer Zeit solche Tests nicht mehr gemacht. Zum einen, weil es mich nicht so sehr interessiert hat, dass ich mich aktiv auf die Suche nach so einem Test begeben hätte. Zum anderen aber auch, weil ich als Coach nicht so sehr viel davon halte, die Menschen in Schubladen zu stecken. Warum ich mich nun doch einmal wieder mit dem Thema befasst habe, liegt an der Content Society, in der ich seit Anfang des Jahres das Bloggen lerne. Jede Woche gibt es eine unverbindliche Themenempfehlung – und die für diese Woche bestand eben darin, den eigenen Persönlichkeitstyp herauszufinden. Warum? Weil unsere Persönlichkeit natürlich unser Business beeinflusst.

Es gäbe zu dem Thema sehr vieles zu sagen – es gibt viele Tests und jeder ist ein bisschen anders aufgebaut. Ich habe verschiedene Tests ausprobiert und bei jedem interessante Erkenntnisse gewonnen. Die Ergebnisse aus diesem Test finde ich deshalb bemerkenswert, weil sie etwas darüber aussagen, wie ich gerne arbeite. Aber eines nach dem anderen.

Was ist der Big 5 Persönlichkeitstest?

Die Big 5 sind 5 Hauptdimensionen der Persönlichkeit, in die jeder Mensch eingeordnet werden kann. Die Abbildung zeigt diese Dimensionen. Genauere Informationen zu diesem Persönlichkeitsmodell findest du hier. Das Modell wurde in unzähligen Studien überprüft. Ich selbst habe diesen Test gemacht. Es ist ein kostenloser Test, der ganz einfach funktioniert. Es gibt 120 Aussagen, die man auf einer 5er Skala (Sehr zutreffend -> Sehr unzutreffend) für sich bewertet. Der Test dauert ungefähr 15 Minuten – vielleicht auch länger, je nachdem wie schwer es dir fällt, dich zu entscheiden. Direkt danach gibt es die Ergebnisse. Es ist auch möglich, die Ergebnisse zu speichern und sie sich per E-Mail zusenden zu lassen.

Grafik: Albin Schmitt

Das Ergebnis des Big 5 Persönlichkeitstests: Sehr hohe Ausprägung der Dimension Offenheit

Die Testanleitung besagt, dass der Wert, der am weitesten von 50 entfernt ist, das Verhalten am stärksten beeinflusst. Bei mir liegt der Wert für die Dimension Offenheit für Erfahrungen bei 97. Das ist eindeutig! Zumal diese Dimension eigentlich als normalverteilt gilt und extreme Werte selten sind.
Sehr witzig fand ich den Auswertungstext: „Ihr Wert für Offenheit für Erfahrungen ist 97 und befindet sich im sehr hohen Bereich. Personen, die Sie zwar gut kennen, aber nicht notwendigerweise mögen, werden Sie in etwa wie folgt beschreiben.“ Soll wohl heißen, dass das, was dann als Erklärung folgt, einigermaßen neutral ist.
Vielleicht hast du bis hierher interessiert gelesen und dich gefragt, warum ich das alles in einem öffentlichen Blogbeitrag schreibe. Ganz einfach: diese Eigenschaften haben mich maßgeblich geprägt und nicht wenige Kund:innen schätzen diese Seite von mir.

Wie meine Klienten von meiner Offenheit profitieren

Ich konzentriere mich in diesem Beitrag auf einige wenige Eigenschaften – im Testergebnis sind noch einige mehr aufgeführt. Es sind exemplarisch die Eigenschaften, die für meine Klienten besonders nützlich sein können.

Einfallsreich

In meiner Familie gelte ich als einfallsreich. Dabei empfinde ich das selbst gar nicht so. Die Ideen fliegen mir zu und es fühlt sich so normal an wie atmen. Wenn die Tante meines Mannes immer wieder sagt „Also du hast immer so tolle Ideen. Ich könnte das nicht„, dann weiß ich kaum, was ich dazu sagen soll. Wenn ich den Gedanken zulasse, dass es nicht für jeden so natürlich ist, dann blitzt als nächstes die Idee auf, dass ich diesen Einfallsreichtum sehr gerne mit meinen Mitmenschen teilen will. Und so sind meine Coachings oft keine Lehrbuchcoachings. Nach der reinen Lehre würde ich nämlich meine Einfälle niemals dem Klienten mitteilen. Ich sehe das pragmatisch. Wenn ich eine Idee habe, dann frage ich den Klienten, ob er sie hören will. Und eigentlich wollen sie das immer. Und wenn sie damit was anfangen können, dann freut es mich. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Es sind ja nur Ideen.

Neugierig

Während meiner Schulzeit hätte ich immer gesagt, dass ich Lernen doof finde. Erst viele Jahre später habe ich begriffen, dass ich tatsächlich sehr gerne lerne. Seien es Sprachen, Handwerk, Tools, Techniken, Musik: der Gedanke, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt, berauscht mich. Seit 2 Jahren lerne ich Gitarre. Ich finde es faszinierend, dass ich bis zum Lebensende Gitarre üben kann und immer wieder Neues dabei lernen werde.

Meine Neugierde äußert sich auch darin, dass ich relativ viel frage. Umgekehrt bin ich immer wieder darüber erstaunt, was ich alles nicht gefragt werde. Wenn ich wandern gehe oder auf Radtour, ist es die Neugierde, die mich vorantreibt (im positiven Sinne). Was liegt wohl hinter der nächsten Ecke oder dem nächsten Berg?

Die Neugierde nährt meinen Einfallsreichtum. Denn indem ich immer wieder neue Menschen, Erfahrungen und Themen erforsche, erweitert sich mein Pool an Kombinationsmöglichkeiten. Und nichts anderes ist doch eigentlich Einfallsreichtum – finde ich jedenfalls.

Routine, nein Danke

Man kann es sich denken: Routine zieht mir den Stecker. Wenn ich schon das Wort Morgenroutine höre, springt bei mir etwas an, das sich bleischwer anfühlt. Natürlich weiß ich auch, dass Routinen energiesparend sind und ich habe natürlich auch gewisse Routinen. Zum Beispiel lege ich den Hausschlüssel immer an dieselbe Stelle, nachdem ich zur Tür reinkomme. Dennoch ist es so, dass ich größere Routinen eigentlich nie längere Zeit durchhalte. Der Persönlichkeitstest hat mir die Augen geöffnet, warum das so ist.

Gefühlstiefe

Lange Zeit dachte ich, dass jeder Mensch tiefe Emotionen erlebt und habe mich gewundert, warum manche Menschen wie der Elefant im Porzellanladen mit den Gefühlen anderer Menschen umgehen. Im Laufe des Erwachsenwerdens und definitiv mit der Coachingausbildung hat sich mein Weltbild in dieser Hinsicht geändert. Auch hier sind die Menschen unterschiedlich. So wie es Farbenblindheit gibt und Synästhesie, so gibt es eben auch in der Gefühlswelt unterschiedliche Grade der Wahrnehmung. Der Test sagt mir jedenfalls, dass ich leicht Zugang zu meine Gefühlen habe und sie gut wahrnehmen kann. Ganz nebenbei bemerkt ist es in meinen Coachings teilweise so, dass ich auch die Gefühle meiner Klienten wahrnehme, selbst wenn sie selbst das nicht tun und sie ihnen auf diese Weise zugänglich mache.

Fazit

Jeder, der an dem Thema persönliche Weiterentwicklung interessiert ist, sollte sich auch mit dem Thema Persönlichkeitstest beschäftigen. Es ist eine Quelle für die Fremdeinschätzung und kann dabei helfen, deine blinden Flecken zu entdecken. Gleichzeitig kann so ein Test dir dabei helfen, dich selbst anzunehmen. Es gibt nämlich kein richtig oder falsch, keine guten oder schlechten Eigenschaften! Sehr wohl gibt es aber mehr oder weniger gut passende Lebensumstände. Die Lebensumstände so zu gestalten, dass du mit deiner Persönlichkeit darin gut wirken kannst, das ist eine lebenslange Aufgabe. Und dabei kann dich so ein Test gut unterstützen.

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