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Warum du nicht wissen musst, was du willst, um etwas zu verändern

Immer wieder höre ich, dass Menschen in einer unbefriedigenden Situation verharren, weil sie nicht wissen, was sie wollen. Ich halte das ganz eindeutig für ein Scheinargument, das hauptsächlich dazu dient die Verantwortung für das eigene Leben ins Nirwana zu schieben. In diesem Beitrag zeige ich Spielräume für die Veränderung auf, die auch dann bestehen, wenn wir noch nicht wissen, wo genau die Reise hingehen soll.

Weiß ich es wirklich nicht oder will ich den Preis für die Veränderung nicht bezahlen?

Es ist eine interessante Vorstellung, dass man genau wissen muss, was man will, um eine Veränderung überhaupt anzugehen. Klingt ja auch logisch: wenn ich nicht weiß, wohin in will, dann laufe ich vielleicht in die falsche Richtung los. Hand aufs Herz: wie wahrscheinlich ist es, dass du in die vollkommen falsche Richtung losläufst ohne es zu merken? Das würde ja bedeuten, dass du überhaupt gar kein Gespür für dich selbst hast. Hältst du das wirklich für möglich?
Ich hatte neulich ein Coaching, in dem die Frau davon überzeugt war, dass sie nicht weiß, was sie will. Im Gespräch hat sie dann aber immer wieder gezeigt, dass sie eigentlich sehr genau weiß, was sie will. Sie hatte nur noch Angst vor den Konsequenzen. Merkst du was? Ja genau! Es war eine Fehlannahme, weil sie noch nicht soweit war, die Konsequenzen zu tragen. Im Coaching hat sie einen Weg gefunden, wie die Konsequenzen für sie erträglich sind – und sie ist bereits dabei, die Veränderung anzugehen.

Versuch und Irrtum ist auch eine Strategie für Veränderung

Ich habe mich Anfang des Jahres selbständig gemacht. Ohne Vision und ohne den dringenden Wunsch die Welt zu verändern und reich zu werden. Ich habs trotzdem getan. Und, ja, die Entscheidung war nicht besonders schwer, denn es war keine Entscheidung gegen etwas anderes. Und dennoch habe ich mich nach der Gründung wochenlang mit der Frage nach meinem Warum beschäftigt. Dazu geblogged, mich mit anderen ausgetauscht. Habe ein Produkt entwickelt, es einige Male verkauft und inzwischen wieder eingestampft. Dabei gelernt, auf was ich bei der Produktentwicklung achten muss, wie ich so ein Produkt launche und noch einiges mehr. Neue Ideen gesammelt. Gelernt, dass zum Anfang auch das Ende gehört. Habe gelernt, dass das nicht schlimm ist, sondern ganz normal. Hätte ich das alles nicht getan und darauf gewartet, dass ich ganz genau weiß, was ich will, dann säße ich wahrscheinlich heute noch an meinem Schreibtisch und würde darüber nachdenken, was ich eigentlich will.

Heute bin ich der Frage, was ich mit meiner Selbständigkeit erreichen will, ein gutes Stück näher. Für mich funktioniert das Leben nicht so, dass ich mir am grünen Tisch überlege, wie alles werden soll und dann loslaufe. Anfangs habe ich ein Gefühl oder die Intuition, dass ich etwas machen sollte. Dann probiere ich es aus. Und so führt eins zum anderen. Ich gehe den Weg nach dem Prinzip Versuch und Irrtum. Das ist möglich – passt vermutlich nicht für jeden, aber was, wenn es doch so funktioniert? Überlege selbst einmal, wie die Annahme, dass es keinen fertigen Plan braucht, um loszulaufen, auf dich wirkt. Könnte sein, dass dann weitere drei „Ja, abers“ kommen?

Unzufrieden untätig ist keine Option

Du magst einwenden, dass bei dir alles ganz anders ist. Dass du zwar nicht glücklich bist in deinem Beruf, aber dennoch auf das Geld angewiesen bist. Und vor allem, dass du überhaupt keine Idee hast, was du statt dessen machen könntest. Deshalb machst du einfach weiter wie bisher. Und die leise Unzufriedenheit ist dein ständiger Begleiter. Das finde ich schade. Denn wenn du das Gefühl hast, dass etwas in deinem Leben nicht stimmt, dann solltest du der Sache auf den Grund gehen. Du hast nur ein Leben und das ist nicht unendlich. Warum also untätig bleiben und darauf warten, dass dich die Muse küsst?

Standortbestimmung

Meistens ist es doch so, dass vieles im Leben stimmt und manches halt nicht. Irgendwie sind wir darauf gepolt, dass wir auf das starren, was nicht so gut läuft. Indem wir darauf vergleichsweise viel Energie lenken, verstärken wir damit zumindest die Unzufriedenheit. Es könnte noch schlimmer kommen. Das Resonanzgesetz geht davon aus, dass wir durch unsere Gedanken und Gefühle unsere faktischen Lebensumstände beeinflussen – zum Negativen in unserem Fall.
Warum nicht einmal die Vielfalt unserer Lebensbereiche systematisch betrachten und überlegen, wo wir in diesen Bereichen stehen? Genau dafür habe ich die Standortbestimmung mit dem Lebensrad entwickelt. Du kannst es dir kostenlos herunterladen und damit ein klareres Bild gewinnen, in welchen Lebensbereichen du dir eine Veränderung wünschst. Wetten, dass nicht alles schlecht läuft?

….Handlungsspielraum ausloten

Wenn du Klarheit gewonnen hast, in welchem Bereich du unzufrieden bist, kannst du dir überlegen, ob es dir möglich ist, diesen Bereich durch andere Bereiche zu kompensieren und dadurch Frieden zu schließen mit der Situation. Wenn das nicht möglich ist, dann gibt es bestimmt trotzdem Spielraum für Veränderungen. Du kannst dir überlegen, was dich nervt und daraus ableiten, was du statt dessen gerne hättest. Du kannst Freunde, Kollegen oder einen Coach in die Lösungsfindung einbeziehen. Das Internet ist voll von inspirierenden Lebensläufen. Immer, wenn du denkst „so ein Leben hätte ich auch gern“, solltest du aufhorchen. Was genau an diesem Leben ist für dich attraktiv? Welche Möglichkeiten gibt es für dich, diese Qualität in deinem Leben umzusetzen?

… und Action

Wenn du dann eine Sache gefunden hast, die dir vielleicht möglich ist (und vielleicht auch ein wenig Angst macht), dann probier es aus. Fühl die Angst und mach es trotzdem! Du möchtest mehr anregenden Austausch? Gründe einen Literaturzirkel. Du kennst niemanden, der gerne liest? Suche nach Gleichgesinnten in Facebook. Du hast keine Zeit? Dann denke intensiv darüber nach, was du zukünftig nicht mehr tun wirst, um die Zeit dafür zu gewinnen. Gib dich nicht mit der erstbesten Erklärung zufrieden, sondern probiere auch Ungewöhnliches.

Das Wesentliche ist es, dass du deinen Veränderungswunsch ernst nimmst und dich höchstpersönlich darum kümmerst. Es wird niemand anderes für dich tun. Sobald du anfängst, an deine eigene Veränderung zu glauben (auch wenn du noch nicht weißt, wie genau sie aussehen wird), wird eine eigene Dynamik entstehen und der Weg wird klarer. Jeder Holzweg bringt dir wiederum Klarheit darüber, was du nicht willst und warum. Indem du Andere in deine Lösungssuche einbeziehst und dich für die Veränderung öffnest, werden dir plötzlich Ideen aus ungeahnten Richtungen zugetragen.

Fazit

Die Aussage „ich weiß nicht was ich will“ ist oft eine Ausrede dafür, dass wir in der Unzufriedenheit verharren und die Verantwortung für unser Leben nicht übernehmen. Entweder sind wir nicht bereit, die Konsequenzen unseres Tuns zu tragen oder wir nehmen unsere eigene Unzufriedenheit nicht ernst genug. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine Veränderungsreise antreten können, ohne das genaue Ziel zu kennen. Es gibt keinen Grund, auf eine Eingebung zu warten.


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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Nicole

    Ein toller Artikel, der viele gute, praxisnahe und hilfreiche Denkanstöße gibt, klasse! Der Weg entsteht beim Gehen – nicht wahr?!

    1. Ganz genau so, liebe Nicole. Freut mich, wenn dir der Artikel gefallen hat. Herzliche Grüße, Korina

  2. Verena

    Großartiger Beitrag Korina und spricht mir sehr aus dem Herzen. Vielen Dank dafür.

    1. Liebe Verena, es freut mich sehr, wenn dich der Beitrag so angesprochen hat. Und Danke auch für deine Rückmeldung. Liebe Grüße, Korina

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