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Vertrauensvoll in der Welt und innerlich frei – Meine Planung für das 4. Quartal 2026

Als ich mir Fülle als Jahresmotto wählte, ahnte ich nicht, wo mich dieses Wort im Laufe des Jahres hinführen würde.

Auf meinem Schreibtisch sitzt Phyllis, meine Innere Begleiterin, die ich am Jahresanfang im Twig-Doll-Workshop mit Lisa Engel gestaltet habe. Für mich ist Phyllis Verkörperung und Erinnerung an mein Jahresmotto Fülle. Wie sich dieses Wort durch mein bisheriges Jahr gezogen hat – das hätte ich im Januar noch nicht gedacht.

Phyllis, Korinas handgefertigte Twig-Doll – Verkörperung des Jahresmottos Fülle 2026
Phyllis, meine Innere Begleiterin, aus dem „Neues Jahr, neues Glück“-Workshop mit Lisa Engel

Jahresmotto Fülle

Die Gedanken zum Jahresmotto aus dem Februar zu lesen hat mir einige Aha-Momente beschert. Im Februar dachte ich, dass Fülle meine Antwort auf den vergeblichen Versuch ist, das Leben zu kontrollieren: „Wenn es ohnehin anders kommt als geplant, dann lieber Fülle als Festhalten.“ Wie hätte ich damals ahnen können, dass ein Todesfall in der Familie mir auf sehr eindrückliche Weise zeigt, wie vergeblich diese Versuche sind.

Von Anfang an hatte ich gemischte Gefühle: Einerseits eine fast magische Anziehung – und andererseits die Angst vor der Überforderung und dem Zuviel, die sich in dieser Aussage spiegelt: Mir ist die Vielfalt und Komplexität der Welt oft zu viel, weil mich das Nein-Sagen und die Abgrenzung anstrengt. Heute stelle ich fest, dass das Nein-Sagen viel leichter fällt, denn ohne das Nein kann ich die Fülle gar nicht genießen. Dazu später mehr.

Q4-Planung ganz praktisch

Ich habe keine feste Methode für die Quartalsplanung, sondern lasse mich intuitiv auf den Prozess ein.

Phase 1: Journaling zum Öffnen der Gedanken

Dieses Mal hatte ich den Impuls, mich mit einem Schreibimpuls der Sache anzunähern. Mit diesem Satz ging es los:

Wenn ich mir vorstelle, dass mein 4. Quartal vor Fülle nur so strotzt, dann …

Was ich dann geschrieben habe, war eher ernüchternd. Vor Fülle strotzen war eher belastend als positiv besetzt. Also erst einmal einen Schritt zurücktreten und das System beruhigen.

Die Frage nach dem Sinn

Eine bewährte Frage hilft mir oft, wenn ich in Gefahr gerate, mich zu verrennen: Wozu tue ich das eigentlich? Schnell war klar, es geht um Lebensqualität. Und schon war ich in einem anderen, viel positiver besetzten Gedankenuniversum. Zunächst habe ich „wild“ gesammelt, das heißt ohne Bewertung alles aufgeschrieben. Der Einstieg auch hier wieder durch einen Einstiegssatz:

Ich spüre Lebensqualität in mir, wenn ich …

Es sprudelte nur so aus mir heraus. Fülle auch hier. Vor lauter Bäumen sah ich zunächst den Wald nicht. Deshalb habe ich mir im nächsten Schritt eine Struktur überlegt, um mir Klarheit und Überblick zu verschaffen.

Phase 2: Sortieren und klären

Mit dieser Struktur war es sehr einfach, die verschiedenen Punkte einzusortieren.

Korinas Planungsquadrant für das 4. Quartal 2026 – vier Bereiche: Körper/Energie, Seele/innerer Frieden, Verbindung/Gemeinschaft, Selbstausdruck/Sinn
Mein Planungsschema für Q4: Körper, Seele, Verbindung, Selbstausdruck

 

Und direkt nach dem Sortieren wurde eines offensichtlich: Ich werde im nächsten Quartal stark auf meine Energie achten und mir mehr Zeit für den Körper nehmen. Das ist insbesondere im vielbeschäftigten 4. Quartal wichtig. Wenn ich es nicht tue, säge ich mir gewissermaßen den Ast ab, auf dem ich sitze. Denn inzwischen weiß ich, dass meine Seele Sicherheit und Entlastung im Außen braucht, damit meine Kreativität im Innen frei fließen kann.

Wenn auch Du in diesem Quartal bewusst auf Deine Energie achten willst, dann ist das Monats-Momentum vielleicht genau der richtige Rahmen, um Dir darüber Gedanken zu machen: 90 Minuten Co-Working online, ein fester Termin nur für Dich. Der nächste ist am 5. Oktober. Hier kannst Du Dich anmelden – für 15 €.

Phase 3: Konsequenzen für die Planung

Nein sagen und loslassen ist das Gebot der Stunde. Was ich im Sommer nicht geschafft habe, wird nicht durch „doppelte Leistung“ im Herbst kompensiert. Mein Körper ist der Taktgeber – nicht mein Geist.

Ich werde keinen Adventskalender mit 24 Türchen anbieten. Der Schluss-mit-Muss-Kurs und die Überarbeitung der Webseite kann bis nächstes Jahr warten.

Was im 4. Quartal dran ist

Soweit ich es heute absehen kann, sieht mein Quartal so aus. Im Business stehen drei Ankerpunkte: der Boxenstopp am 14. Oktober, der Bleiben oder Gehen?-Kurs im November und die gute Vorbereitung des Programms Gemeinsam durch eine besondere Zeit, das während der Rauhnächte stattfindet.

Was Du hier nicht findest, ist eine lückenlose Liste zum Abhaken. Das ist Absicht. Fülle braucht Luft – gerade im vierten Quartal, das ohnehin dazu neigt, voller zu werden als geplant. Ich möchte, dass noch Raum bleibt, wenn das Leben anders entscheidet als ich.

Körper / Energie

Tanzkurs, Wandern, regelmäßige Spaziergänge und Gymnastik oder Yoga – das sind meine Ankerpunkte, um dieses Quartal körperlich präsent zu bleiben. Dazu möchte ich bewusst etwas für die Sinne tun: Freunde zu Zwiebelkuchen mit Wein einladen, ein neues Maronengericht ausprobieren – und erstmals den Jazzkeller in Mannheim besuchen. Neues ausprobieren gibt Energie auf eine ganz andere Art.

Seele / innerer Frieden

Mein Anker hier ist die regelmäßige Me-Time. Dazu die Chorproben, die immer eine kleine Auszeit sind, jeden Monat einen Roman lesen und das Journaling, das ich konsequenter pflegen möchte als bisher.

Verbindung / Gemeinschaft

Sechs buntbriefe schreiben und auf LinkedIn wieder sichtbarer werden, um mein Netzwerk zu stärken – das sind die digitalen Seiten. Vor Ort: Netzwerkveranstaltungen der Heidelberger Unternehmerinnen besuchen, Freundschaften vertiefen und mein Ehrenamt pflegen: drei Luther-Treff-Termine, ein Reparatur-Café und die kommunikative Begleitung von Workshops zur digitalen Souveränität.

Selbstausdruck / Sinn

Den Jahresrückblick schreiben, Kalligraphie üben, das Schreibprogramm der ZEIT fertig durcharbeiten – und beruflich möchte ich die ersten User Stories auf meinem Blog erzählen, echte Geschichten aus der Coaching-Arbeit, weil die mehr sagen als jede Beschreibung.

Mein Fazit: Vertrauensvoll in der Welt und innerlich frei

Wenn ich von heute aus auf mein Leitwort Fülle blicke, erkenne ich: Fülle ist kein vollgepackter Terminkalender und kein ständiges Hinterherjagen. Fülle entsteht in dem Moment, in dem ich aufhöre, das Leben kontrollieren zu wollen, und anfange, ihm wirklich zu vertrauen.

Das Jahr 2026 hat mir gezeigt, wie unvorhersehbar die Welt im Außen ist. Doch genau darin liegt die Einladung zu meiner inneren Freiheit: Ich muss nicht mehr jedem „Ich müsste eigentlich …“ hinterherlaufen. Ich darf Nein sagen. Indem ich für dieses 4. Quartal bewusst Hektik, alte Pläne und Perfektionsdruck loslasse, schaffe ich den Raum, den mein Körper und meine Seele brauchen.

Das ist für mich die essenzielle Erkenntnis dieses Jahres: Erst wenn ich mir im Außen den Schutz gebe, den ich brauche, stehe ich wieder vertrauensvoll in der Welt – und bin innerlich frei.

Und jetzt zu Dir: Wie sieht es bei Dir aus, wenn Du auf Dein Jahresende schaust? Welches geplante „Must-have“ darfst Du heute streichen, damit Dein Nervensystem wieder atmen kann?


Wer schreibt hier?
Korina Dielschneider ist Life-Coach und begleitet Frauen in der Lebensmitte dabei, ihren Selbstwert zu stärken und ihr Leben bewusst neu auszurichten – mit Klarheit, Gelassenheit und dem Fokus auf Umsetzung.

In ihrem Blog und im buntbrief teilt sie Impulse zu Selbstfürsorge, Neuorientierung und dem Mut, den eigenen Weg authentisch zu gehen – bodenständig, ehrlich und mit Blick aufs Wesentliche.


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