Meine 3 besten Tipps für mehr Zufriedenheit in der Lebensmitte

Meine 3 besten Tipps für mehr Zufriedenheit in der Lebensmitte

In meinem letzten Beitrag ging es um 5 Anzeichen für Unzufriedenheit in der Lebensmitte. Und nun? Was hilft es mir, wenn ich die Unzufriedenheit erkannt habe, fragst Du Dich vielleicht. Deshalb gebe ich Dir in diesem Artikel meine besten 3 Tipps für mehr Zufriedenheit. Wenn Du eigentlich ganz zufrieden mit Deinem Leben bist, aber ab und an mit Stimmungstiefs konfrontiert bist, dann empfehle ich Dir diesen lesenswerten Beitrag von Eva Strübing.

Meine 3 Tipps für mehr Zufriedenheit

Tipp #1: Fülle das Lebensrad aus

Die Unzufriedenheit entsteht durch eine Abweichung von Soll- und Istzustand. Deshalb ist es durchaus hilfreich, einmal eine Bestandsaufnahme zu machen. Dafür kannst du das Lebensrad nutzen.

Ein Beispiel dafür findest du in der Abbildung unten. Es ist mit 10 wichtigen Bereichen des Lebens abgebildet. Du kannst sie so übernehmen oder du passt es an Deine Situation an, indem Du z.B. Bereiche weglässt oder ersetzt. Jedem Bereich ist eine Skala zugeordnet von 1 (es ist alles ätzend) bis 10 (es ist alles in bester Ordnung).

Mache dir Gedanken zu den einzelnen Bereichen. Trage in die Grafik ein:  
Wo befinde ich mich aktuell in jedem Bereich? 
– Wo wäre ich gerne am Ende des Jahres? 

Wenn du Abweichungen festgestellt hast, schreibe dir für die einzelnen Bereiche auf, wie du deinem Ziel näherkommen könntest. Mach es spielerisch und lass die Gedanken fließen.

Beispiel für ein Lebensrad

Tipp #2: Höre auf zu nörgeln

Ziemlich sicher möchtest du nicht als nörgelnde Frau gesehen werden. Ziemlich sicher denkst du auch, dass deine Kritik berechtigt ist. Wenn häufige Kritik aber nicht den gewünschten Erfolg erzielt, dann gibt es nur eine Schlussfolgerung: so funktioniert es nicht! Ein Weg aus der Unzufriedenheit heraus führt über den einzigen Menschen, den Du wirklich ändern kannst: über Dich. Du kannst beschließen, dass du ab sofort aufhörst, deinen Partner, deine Kinder, die Kollegen (wen auch immer) ständig zu kritisieren. Es ist dein eigener Beschluss, wie du reagieren willst. Es ist durchaus möglich, dass es stimmt, dass die anderen Deine Bedürfnisse nicht so respektieren wie Du das umgekehrt tust. Nur wirst Du ihre Wertschätzung nicht durch nörgeln gewinnen – eher das Gegenteil.

Anleitung für einen Selbstversuch

Es gibt eine ziemlich gute, weil einfache, Methode, wie du Verhaltensänderungen angehen kannst. Ich stelle sie hier sehr vereinfacht dar. Sie stammt aus dem Buch „The Responsibility Process“ von Christopher Avery.
Zunächst legst du fest, welches Verhalten du ändern willst und was Du stattdessen tun möchtest. Weil dir die Nörgelei selbst so auf die Nerven geht, beschließt Du eine radikale Änderung. Für 4 Wochen stellst Du deine Kritik – egal wie berechtigt Du sie empfindest – komplett ein. Wenn Dein Mann etwas tut, was Dir nicht gefällt, wirst Du es nicht kommentieren, sondern Deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken. Außerdem wirst Du versuchen, Deinen Mann so oft wie möglich zu loben. Nach 4 Wochen schaust Du, was sich geändert hat.

In vier Schritten gegen das Nörgeln

Dieser Prozess hilft Dir jede Art von Verhaltensänderung zu etablieren – egal ob es ums Nörgeln geht oder darum, weniger Schokolade zu essen oder Dein Gegenüber weniger zu unterbrechen. Der Mechanismus ist immer derselbe.

  1. Erwischen
    Im ersten Schritt geht es darum das schädliche Verhalten so früh wie möglich zu bemerken, um den Kreislauf zwischen Erkenntnis und Aktion zu durchbrechen. In anderen Worten: Du versuchst den kritischen Gedanken zu erkennen, bevor er den Mund verlässt.
  2. Verändern
    Im zweiten Schritt versuchst Du vom unerwünschten zum erwünschten Verhalten zu wechseln. Und zwar sofort nachdem du es bemerkt hast. Also auch, wenn Du bereits damit angefangen hast. Falls Dir also „die Gäule durchgehen“ und du deine Nörgelei bemerkst, hörst Du sofort auf damit. Du könntest beispielsweise sagen: „Ich habe gerade festgestellt, dass ich Dir Vorwürfe gemacht habe, obwohl ich das eigentlich nicht tun will. Entschuldige bitte“.
  3. Vergeben
    Das ist ein wichtiger Schritt. Wenn Du Dir selbst nicht vergeben kannst, dass Du Deinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wirst, dann wirst Du einen Schuldigen suchen. Naheliegenderweise ist das dann Dein Mann. Oder Du machst Dich selbst dafür fertig, dass Du Deinen eigenen Beschluss nicht umsetzten kannst. Dich selbst für das Nichtverändern fertigzumachen ist ein sicherer Weg, Dich weiterhin nicht zu verändern. Vergib Dir dafür, dass Du ein Mensch bist und Fehler machst. Sei Dir selbst eine gute Freundin und hör auf, Dich zusätzlich noch selbst zu bestrafen.
  4. Geloben
    Nachdem Du dir vergeben hast, versprich Dir selbst, dass Du zukünftig noch aufmerksamer sein wirst, damit Du es bei nächster Gelegenheit noch früher bemerkst und einschreiten kannst.
Grafik mit 4 Stufen der Veränderung
Der Veränderungsprozess nach Avery
Grafik: K. Dielschneider/Canva

Wenn sich in den 4 Wochen herausstellt, dass die Beziehung zu deinem Mann sich durch deinen Nörgel-Stopp nicht verbessert, dann hast du zumindest alles getan, was in Deiner Macht steht, um die Beziehung zu verbessern. Von da aus kannst Du überlegen, was die nächsten sinnvollen Schritte sein könnten und sie angehen.

Tipp #3: Trainiere deinen Dankbarkeitsmuskel

Sei ehrlich: auch in Deinem Leben gibt es vieles, wofür Du dankbar sein kannst. Den Blick auf das halb volle Glas zu lenken, statt auf das halb leere ist eine gute Strategie für mehr Zufriedenheit im Leben. Es geht nicht darum, eine rosarote Brille aufzusetzen und alles, was nicht gut läuft schönzureden. Aber du kannst den Blick auf das lenken, was gut läuft in deinem Leben, anstatt verbissen auf das zu starren, was nicht so gut läuft.

Nicht jeder Tag ist gut, aber es gibt jeden Tag etwas Gutes!

Unbekannt

Anlässe, dankbar zu sein und sich zu freuen, gibt es viele – wenn du bereit bist, die schönen Selbstverständlichkeiten in Deinem Leben wertzuschätzen.
Um den Dankbarkeitsmuskel zu trainieren, empfehle ich dir, jeden Tag, zum Beispiel bevor du ins Bett gehst, aufzuschreiben, wofür du dankbar bist. Du kannst dir dafür ein Tagebuch zulegen. Ich selbst nutze dafür das 5 Jahre Erinnerungstagebuch von Leuchtturm (unbeauftragte Werbung). Es gefällt mir, weil es etwas Platz für jeden Tag vorsieht, aber so wenig, dass es mich nicht einschüchtert. Es geht ja nicht darum, Romane zu schreiben, sondern die Aufmerksamkeit zu schärfen für das, wofür ich dankbar bin. Ein weiterer Vorteil ist es, dass die Entwicklung im Zeitablauf auf einen Blick ersichtlich ist, denn auf jeder Seite ist Platz für Einträge in fünf verschiedenen Jahren.

Dankbarkeitstagebuch von Leuchtturm 1917
(Foto: amazon)


Wenn dich das Thema Dankbarkeit interessiert, dann findest du in diesem Beitrag noch weiterführende Hinweise – insbesondere eine kleine Liste von Dingen, für die Du dankbar sein könntest.

Fazit

Wir können nur uns selbst ändern, und weil wir Teil eines Systems sind, wird unsere eigene Veränderung das gesamte System verändern. Mit diesen Tipps gelingt Dir vielleicht eine Änderung in Richtung mehr Zufriedenheit. Wenn nicht, dann braucht es vermutlich eine grundlegendere Veränderung. Melde dich gerne, wenn ich Dich dabei unterstützen kann. In einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch können wir herausfinden, wie und ob ich dich bei Deiner Veränderung unterstützen kann.

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